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Therapiehunde

Diese Seite wird überarbeitet.

Wichtigster Punkt:
„Für alle Therapiehundhalter/ausbilder gilt:  Oberstes Gebot: Der Schutz des Hundes in allen Phasen während der Ausbildung UND Einsatz, muss zu 100% gewährleistet sein!“


Therapiehunde
Dieser Beitrag befasst sich mit dem Begriff und der Definition Therapiehund, er wurde von Füsun Aydin erstellt und stellt ihre Meinung zur Thematik dar!
Therapiehunde sind keine bestimmten Hunde, keine Welpen von „Hundeeltern“ die als Therapiehunde eingesetzt waren. Es gibt keine Rasse über die man sagen kann: „ES IST EINE THERAPIEHUNDERASSE“.


Sobald es mehrere Therapiehunde einer Rasse gibt, versuchen die Menschen „diese“ Rasse für richtig zu verkaufen und so boomt auch nach kurzer Zeit das Geschäft mit der Rasse. Abgesehen von der unmoralischen Vermarktung und Geldmacherei, können so gravierende Missverständnisse entstehen. Die Folgen eines Mode-Trends können fatal sein… UND DANN HAT ER GESCHNAPPT.


Aus JEDER Rasse kann ein Therapiehund gemacht werden. Ob Chihuahua, Schäferhund, Pit Bull oder Labrador.
Es spielen mehrere Faktoren zusammen:

  • Anlagen des Hundes
  • Vorfahren (triebstark?)
  • Aufzucht der Welpen (Zwinger?!)
  • Sozialisierung
  • Kontakt zu Menschen / Kinder usw.?
  • Gesundheit
  • Sonstiges

Ein Therapiehund muss die Anlagen dazu bringen, ihn zu sozialisieren. Natürlich kann ich aus einem Welpe, der aus einer reinen Arbeitslinie stammt, all seine Vorfahren VPG (ehemals SCH) gelaufen sind und höchstwahrscheinlich noch darin super sind und total triebstark sind, KEINEN Therapiehund machen.


Ein Therapiehund muss auch wenn er  an einem Tag mal nicht seine drei Stunden Auslauf bekommen hat, sich ruhig und stressfrei verhalten. Ein triebstarker Arbeitshund steht nach 3 Stunden Auslauf vor einem und schaut den Besitzer an „Laufen wir noch die restlichen 30 km ???“


Außerdem muss der Hund ein freundliches Wesen mitbringen, ein Welpe der im Zwinger geboren wurde und dort aufgewachsen ist, keinerlei Kontakt zu Menschen hatte bzw. nur um in den Arm zu beißen …., wird in meinen Augen niemals ein korrekter Therapiehund.
Obwohl ich persönlich jahrelang im Tierschutz tätig war, würde ich auch keinen Tierschutzhund als Therapiehund ausbilden.  Ich kenne seine Vorgeschichte nicht, auch wenn dieser Punkt geringfügig erscheint, wäre dieses Risiko ein absehbares Risiko, das ich nicht eingehen möchte.


Genauso wenig eignet sich ein Hund aus einer miserablen Zucht. Da können die Zuchttiere noch tausende Preise haben, wenn die Aufzuchtbedingungen nicht meinen Vorstellungen entsprechen, ist der Hund genauso wenig als Therapiehund geeignet, wie ein Tierheimhund der von Menschen gequält wurde.
Wenn Welpen im Tierheim geboren werden, könnte man sofort zuschnappen. Viele Tierheime  sozialisieren ihre Welpen von Beginn an und die Tiere haben Tag täglich Kontakt zu Pflegern, Besuchern, Gassi-Geher, andere Tiere, andere Hunde. Sie hören verschiedene Geräusche, kennen schon den Tierarzt usw.


Jedoch würde ich keinen 4 jährigen Hund, der aus mysteriösen Umständen, womöglich mit Narben übersäht im Tierheim gelandet ist, als Therapiehund ausbilden.  Als eigener Hund, für sich selbst, können diese Hunde wundervolle Freunde sein. Jedoch brauche ich eine gewisse Sicherheit, ich muss wissen: „Ich kann meinen Hund JETZT alleine lassen, neben diesem Kleinkind und egal was das Kind macht, ob das Kind ihn tritt, beißt, zwickt, am Ohr zieht oder am Schwanz, mein Hund wird nicht schnappen, selbst wenn ein Dachziegel auf sein Kopf fällt..“


Es hört sich übertrieben an und keiner kann eine Sicherheit dafür geben, dass der Hund „nichts“ macht. Aber ein Hund, den ich 4 Jahre lang nicht bei mir hatte, könnte eine Verknüpfung in seinem Gehirn haben, dass nicht mal die Tierheimmitarbeiter von ihm kennen.
z.B. Verknüpfung:
Hund ist in seinem früheren Leben am Stachelhalsband geführt worden, in dem Moment als ein Kinderwagen vorbei kam, gab es ein Leinendruck vom Besitzer. Der Hund verspürte durch den Leinendruck am Stachelhalsband Schmerz während er den Kinderbuggy ansah. In seinem Kopf könnte es höchstwahrscheinlich eine Verknüpfung zustande gekommen sein: Kinderbuggy = Schmerz.


Einige sagen jetzt: „Ja aber in der Therapiehundearbeit hat man kein Stachler dran“
Dann tun wir noch ein Punkt dazu: Während einem Gewitter passierte das oben beschriebene „Drama“.
Nun könnte es sein, dass während der Therapiehundearbeit (draußen) ein Gewitter aufkommt. Was wäre, wenn der Hund eine Verknüpfung zwischen Schmerz/Gewitter/Kinderbuggy besitzt?


Für viele Hundebesitzer und Außenstehende ist dies „weit hergeholt“, aber ich kenne genügend Beispiele, bei denen so ähnliche Verknüpfungen eine Rolle gespielt haben.
Beispiel: Hündin Teletaktgerät
Die Hündin Laila wurde mit Teletakt (ein Gerät, das dem Hund auf Knopfdruck einen Stromschlag verpasst) trainiert.  Es wurde genau EINMAL eingesetzt: Als Laila über die Felde rannte und jagen wollte, drückte der Besitzer auf den Knopf. Laila hat durch das Halsband einen Schlag verpasst bekommen und jaulte auf.
Was der Besitzer nicht bemerkt hat, Laila hat eine Verknüpfung hergestellt. Während die Gewitterwolken kamen und sie das sah, hat Laila den Schlag verpasst bekommen.
Seitdem zieht Laila ihren Schwanz ein, legt die Ohren an und läuft ganz geduckt, wenn sie Gewitterwolken aufkommen sieht.  Kein Mensch würde dieses Verhalten verstehen, wenn sie nicht wüssten, dass Laila nur EIN EINZIGES MAL mit einem Teletaktgerät ausgebildet wurde.
Niemand würde dieses Verhalten von Laila beschreiben können, wenn er Laila noch nie beim Gewitter gesehen hätte.


Was ist, wenn ein 3 jähriger Hund, in den drei Jahren eine Verknüpfung hergestellt hat, von der niemand etwas weiß? Da die Bedingungen nie aufgetreten sind? Es gibt tausende Dinge und Verhaltensweisen, die eine Verknüpfung zustande bringen würden, die nicht einmal der Beste Hundetrainer herausfinden könnte.
Und plötzlich hat er zugeschnappt!


Ich denke das war genug zu diesem Thema.
Voraussetzungen kurz zusammengefasst:

  • Menschenbezogen
  • Kein Sturkopf
  • Freundliches Wesen gegenüber anderen Menschen
  • Freundliches Wesen gegenüber anderen Hunden/Tieren
    • Dazu meine Meinung:  Bei fast jedem Verein und  Buch steht, der Hund muss verträglich mit anderen Hunden  und Tieren sein.  Dagegen wehre ich mich zu 100% und mir stellen sich die Nackenhaare auf. Ein Therapiehunde-Team im Kindergarten wird wohl im Vorfeld absprechen ob andere Tiere in der Einrichtung sind. Es wird wohl kein anderer Hund durch das Fenster springen oder die Tür öffnen und reinspringen in die Menge. Wieso sollte der Hund dann mit anderen Hunden sich vertragen?  Ich habe einen Hund, bei dem ich weiß, wenn ein Kind ihm in das Maul fasst, dass er nicht zubeißen wird. Ich könnte ihn alleine mit Kindern im Zimmer lassen (ich tue es nur nicht).  Bei einigen Kindern würde ich sogar meine Hand ins Feuer legen, dass mein Hund Nichts machen würde. Selbst wenn die Kinder ihm mit einer Schere in den Schwanz pieken.  Jedoch ist mein Hund NICHT verträglich mit jedem anderen Hund. Muss er auch nicht, werde ich ihm auch nie aufzwingen.
  • Hohe Toleranz- Reizschwelle
  • Sucht Menschenkontakt, mag es gestreichelt zu werden
  • Nicht schreckhaft oder extrem unsicher, ängstlich oder scheu
  • Gepflegt, gesund und sauber
  • Geimpft, entwurmt
  • Nicht zu jung ab 15 Monate oder besser 24 Monate
  • Nicht zu alt
  • Keine chronischen Leiden (schwere HD )
  • Aggressionsarm , wenig Schutzverhalten
  • Guter Gehorsam – jedoch keine völlige Unterordnung
    • Hört sich paradox an, ist aber zwingend notwendig. Der Hund muss in jeder Situation ansprechbar und kontrollierbar sein. Jedoch darf der Hund nicht zu 100% hören. Ein Hund der auf VPG 3 geführt wird, eignet sich in meinen Augen zu 100% nicht als Therapiehund. Ein Therapiehund muss obwohl der Besitzer ein Kommando z.B. Platz gegeben hat, das Kommando verweigern.

Beispiel:
Der Hund fühlt sich zu sehr eingeengt, fühlt sich nicht wohl, er muss von selbst aufstehen und sich ein ruhiges Plätzchen suchen.
Ein Hund auf VPG 3 Ebene – hat gelernt: PLATZ ist PLATZ. Egal was kommt „ICH MUSS PLATZ BLEIBEN – selbst wenn ein Fuchs, ein Eichhörnchen, eine Horde Hundewelpen, 1000 Menschen oder ein Traktor an mir vorbei läuft/fährt, ich MUSS PLATZ BLEIBEN“.
Dieser Hund wird also sein Kommando befolgen (er hat es so gelernt), selbst wenn er sich unwohl fühlt, wird er nicht aufstehen und sich alles von den Kindern  u.ä. ergehen lassen.

Nun meine Frage: Wie lange würden Sie das mitmachen?

Es kann sein, dass ein VPG-geführter Hund ein Leben lang unauffällig bleibt, aber es besteht auch hier die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund irgendwann während der Therapiehundearbeit „austickt“ und gar nach dem Kind schnappt? Weil es immer und immer dazu „gezwungen“ wurde, sich  „quälen“ zu lassen (er könnte es als unangenehm und als Qual empfunden haben, ohne erkennbare Reaktion).  Die „Leitungen“ können „durchbrennen“ und der Hund schnappt.

Ein Hund der einen intelligenten Ungehorsam besitzt (und diesen DARF nun mal kein VPG-geführter Hund besitzen), wird die Situation meistern und dieser aus dem Weg gehen, wenn es ihm zu viel wird.
Therapiehunde sind weder Blindenführ-, Signal- oder Servicehunde. Therapiehunde BLEIBEN bei ihrem Besitzer, der Besitzer und der Hund werden als Therapiehundeteam ausgebildet. Beide arbeiten als TEAM. Sie gehen zu verschiedenen Einsatzorten und womöglich zu verschiedenen Gruppen von Menschen (Kinder, Senioren, Behindertenheime usw.)
Man kann keinen fertigen „Therapiehund“ kaufen, natürlich kann der Hund ausgebildet worden sein, aber der Hund ist mit seinem Partner / Fachkraft ausgebildet worden.
Ich unterscheide zwischen zwei Therapiehundearten:

  • Besuchshunde = Tiergestützte Fördermaßnahmen/ Pädagogik  
  • Klassischer Therapiehund = Tiergestützte Therapie

Während Besuchshunde lediglich zu Besuchszwecken in verschiedene meist gemeinnützige Einrichtungen (KOSTENLOS) gehen, um dem Klientel „Freude“ zu bereiten, wird der klassischer Therapiehund meist nur von Ärzten, Therapeuten , Sozialarbeiters oder Pflegers eingesetzt. Sie üben die Tätigkeit es beruflich aus.
Wo werden Therapiehunde-Teams eingesetzt?

  • Schulklassen
  • Kindergärten
  • Kinderheime
  • Senioren- und Altenheime
  • Reha- Kliniken
  • Psychiatrische Kliniken
  • Pflegestationen
  • Krankenhäuser und Spitäler
  • Heime für Behinderte
  • Förderzentren für Behinderte
  • Sonderschulen bzw. Förderschulen, auch mit Integrationsklassen
  • Betreute Wohngruppen
  • Als Sterbebegleitung in Hospizen
  • Bei Verhören und im Strafvollzug
  • Usw.

Die meist ausgebildeten Therapiehunde- Teams besuchen Senioren- und Altenheime.
Voraussetzungen Besitzer:
Nicht nur der Hund muss bestimmte „Anlagen“ mitbringen, sondern auch der Besitzer:

  • Sachkunde über Haltung, Pflege,  Gesundheit und Ernährung des Hundes
  • Sachkundenachweis wünschenswert
  • Soziales Engagement, speziell gegenüber Mitmenschen
  • Toleranz
  • Soziale Kompetenz (auch in alltäglichen Situationen !)
  • Kontaktfreude
  • Lernbereitschaft
  • Neugier
  • Offenheit
  • Teamfähigkeit
  • Psychische und körperliche Belastbarkeit
  • Zeit (!)
  • Mobil
  • Bereitschaft auf unentgeltlich bzw. auf ehrenamtlicher Schiene tätig zu werden
  • Wissen über eigenen Hund (Hund darf nicht überfordert und überbelastet werden!)

Achtung!
Man darf nicht das was man selbst „WILL“ in den Vordergrund stellen, der HUND darf niemals als Mittel zum Zweck eingesetzt werden. Es müssen alle Punkte und Vorkehrungen getroffen werden, dass der Therapiehund KEINEN NEGATIVEN EINFLÜSSEN ausgesetzt wird! Der Hund darf unter keinen Umständen durch ZWANG ausgebildet werden sondern nur durch positive Verstärkung! Man muss immer die Sicherheit gewährleisten können! Folgende Punkte müssen geplant und garantiert sein: körperliches und psychisches Wohlbefinden, Gesundheit, Entscheidungsfreiheit und Vertraulichkeit (AUF HINBLICK DES HUNDES UND DES MENSCHENS!)

Überforderung!
Dieses Thema ist sehr ausführlich. Ich werde es sobald ich Zeit habe bearbeiten! Hier ein paar Signale die als Überforderung gedeutet werden könnten.
Versuche der Beschwichtigung und typische Signale für Überforderung

  • Gähnen (oft mehrmals hintereinander)
  • Über die Schnauze lecken
  • Blinzeln
  • Sich schütteln
  • Sich kratzen
  • Sich beißen
  • Wegschauen, Blick abwenden
  • Langsam mit der Rute wedeln
  • Teilnahmslosigkeit
  • Sich wegdrehen, Blick abwenden
  • Hecheln
  • Zittern
  • Häufiges Urinieren
  • Plötzliches Schnuppern
  • Durchfall, Erbrechen
  • Schwitzen
  • Verhärtete Muskeln
  • Appetitlosigkeit
  • Erhöhter, starker Puls